
Was ist Entwicklungstrauma?
Entwicklungstrauma entsteht, wenn in unserer frühen Entwicklung eines unserer Grundbedürfnisse nicht genügend erfüllt wird. In jeder der Entwicklungsphasen steht ein Grundbedürfnis im Vordergrund und es wird dadurch eine Grundkompetenz erlernt. Am Anfang sind die Bedürfnisse nach Kontakt und Einstimmung am wichtigsten. Ist genug von sicherem Kontakt vorhanden, entwickeln wir ein Gefühl von Sicherheit. Wenn es in dieser Phase zu einer Störung kommt, ist es z.B. schwer sich selbst zu spüren und es fühlt sich vielleicht unsicher oder gefährlich an in den Selbstkontakt zu gehen – also sich selber zu spüren.
Wenn wir eine gute Einstimmung erfahren haben – also unsere Mutter hatte ein gutes Gefühl was wir brauchen und wie – dann fällt es uns generell gesprochen auch später leichter selbst zu spüren was wir brauchen. Also es fällt uns leichter im Kontakt mit unseren Bedürfnissen zu sein.
In anderen Grundkompetenzen geht es um Vertrauen und um Autonomie.
Entwicklungstrauma kann sehr tief gehen und kann einen strukturellen Einfluss auf unsere Persönlichkeit haben. Ich kann z.B. so abgespalten sein von meinen Bedürfnissen, dass die Adaption ein Teil meiner Persönlichkeit wird.
Wann mit Entwicklungstrauma arbeiten?
Das ist vielleicht erstmal eine komische Frage, und doch eine wichtige Frage. Wenn eine Adaption für mich funktioniert – also ich habe gelernt mit dem Schmerz/ der Wunde umzugehen – dann ist es auch nicht nötig womöglich alte Wunden aufzureißen. Es geht nur darum was machen, wenn eine Adaption, die ja als Schutzreaktion etwas gutes hat – wenn diese nicht funktioniert und mich an etwas hindert was mir wichtig ist. Es sollte also vor allem um das hier und jetzt gehen und um die eigenen Wünsche – ein vorwärts schauen.
Mein Blick auf die Arbeit mit Entwicklungstrauma
Trauma ist so komplex wie jeder Mensch auch komplex und voller Facetten ist. Deswegen ist jeder Prozess auch ein anderer und braucht auch unterschiedlich viel Zeit. Aber Zeit braucht es auf jeden Fall. Deswegen ist Akzeptanz und Selbstmitgefühl besonders wichtig und darf mit der Zeit auch wachsen. Es ist eine Mischung aus intellektuellen Verstehen von den Ursachen, der Adaption/ Mustern und dem fühlenden Verstehen was in einem passiert. Es braucht auch Zeit erstmal die Kapazität aufzubauen, das zu fühlen, was ich vielleicht schon für eine lange Zeit weggesperrt habe. Außerdem ist es wichtig immer wieder die Aufmerksamkeit auf das hier und jetzt zu bringen und auf das was angenehm bzw. gerade gut ist. Insbesondere bei Entwicklungstrauma kann es sein, dass mein innerer Alarmsensor die ganze Zeit an ist und nach dem Fehler sucht. Wenn das innere Alarmsystem aber die ganze Zeit an ist, ist es schwer positive Veränderungen anzustoßen. Deswegen ist es besonders am Anfang wichtig genau damit zu arbeiten.
Der Ablauf
Wenn du mehr über meine Arbeit herausfinden willst, kannst du gerne ein kostenloses Erstgespräch bei mir buchen. Dieses biete ich an, damit wir gemeinsam schauen können, was die Themen sind und wie ich dich mit meinen Methoden begleiten kann. Dadurch kannst du schon ein erstes Gefühl bekommen.
Dann würden wir eine erste Session ausmachen, in dem ich mir eine Übersicht verschaffe über deine Geschichte, die Themen, Symptome, was du schon gemacht hast usw. Dann machen wir einen ersten Plan, welche Themen wir wie angehen und wie lange die Therapie dauern würde. Außerdem gehen wir auch in eine erste Session, so dass du auch mehr ein Gefühl für die Arbeit bekommen kannst.
Traumatherapie braucht Zeit, z.B. damit der Körper sich wieder sicher fühlt, neue Pfade im Gehirn und Verhaltensweisen sich formen.